Unter deinen Schutz und Schirm (Sub Tuum Praesidium)

Mit „Unter deinen Schutz und Schirm“ bitten wir die heilige Gottesmutter um ihre Fürsprache in unseren Nöten und Gefahren. Das alte Gebet beginnt mit der Bitte um ihren Schutz. Es kann für sich allein oder freiwillig nach dem Rosenkranz gebetet werden.

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
o heilige Gottesgebärerin;
verschmähe nicht unser Gebet
in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit
von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.

Auf Latein

Sub tuum præsídium confúgimus,
sancta Dei Génetrix;
nostras deprecatiónes ne despícias in necessitátibus;
sed a perículis cunctis líbera nos semper,
Virgo gloriósa et benedícta.

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Eine alte Bitte

Unter deinen Schutz und Schirm bittet um die Fürsprache der heiligen Gottesmutter in unseren Nöten und Gefahren. Der lateinische Anfang Sub Tuum Praesidium bedeutet „Unter deinen Schutz“. Das Gebet wird oft für die Kirche oder eine Familie in Not gesprochen. Es gehört zu den ältesten erhaltenen Mariengebeten. Eine alte griechische Fassung ist auf einem Papyrus der John Rylands Library erhalten. Über die Datierung der Handschrift besteht unter Forschenden weiterhin Uneinigkeit. Die erhaltene griechische Fassung und die überlieferte lateinische Form bezeugen den langen Gebrauch des Gebets in der christlichen Frömmigkeit.

Der Titel „Gottesgebärerin“ bekennt, dass Marias Sohn Gott ist, der Mensch wurde. Der Katechismus erläutert diesen Titel in Abschnitt 495. Das Gebet bittet Maria um ihre Fürsprache bei ihm.

Die deutsche Fassung folgt dem Kompendium des Katechismus. Sie nennt unsere Nöte, ohne sie einzeln aufzuzählen; ein persönliches Anliegen kann dem Gebet vorausgehen.

Für die Kirche beten

Im September 2018 lud Papst Franziskus dazu ein, den Rosenkranz im Oktober täglich zu beten und ihn mit Unter deinen Schutz und Schirm und dem Michaelsgebet abzuschließen. Der Aufruf erbat Schutz für die Kirche und erkannte die Notwendigkeit an, Fehler und Missbräuche anzugehen. Das Kommuniqué des Heiligen Stuhls hält die Bitte und die lateinischen Texte fest. Der Aufruf bezog sich auf jenen Oktober.

Der damalige Aufruf begründete keine dauerhafte Pflicht, jeden Rosenkranz mit diesen Gebeten abzuschließen. Die Gebetsfolge kann weiterhin freiwillig als Gebet für die Kirche verwendet werden. Die üblichen Schlussgebete des Rosenkranzes können vorausgehen. Unter deinen Schutz und Schirm hat keine eigene Rosenkranzperle und kann auch allein für ein bestimmtes Anliegen gebetet werden. Eine Familie oder Gruppe kann den ganzen Text gemeinsam sprechen. Nach dem Rosenkranz stellt es neben weitere übliche Möglichkeiten.

Quellen